Buch · Rezension

Rezension: Wenn du diesen Brief findest…

Überblick:
  • Titel: Wenn du diesen Brief findest…: Als ich einen Brief schrieb und tausende zurückbekam
  • Originaltitel: If You Find This Letter: My Journey to Find Purpose Through Hundreds of Letters to Strangers
  • Autorin: Hannah Brencher
  • Ausgabe: Kindle Edition,  368 Seiten, 14,99 €
  • Verlag: Ullstein eBooks (21. August 2016)
  • Empfehlung:
    empf_4_sterne
Inhalt:

„Wenn du diesen Brief findest…“ hat mich überrascht. Es war nicht das, was ich aufgrund der Beschreibung erwartet habe. Es ist nicht die mehr oder weniger lineare Geschichte eines zufälligen Einfalls, der sich zu einem persönlichen Projekt entwickelt hat bis schließlich alle möglichen Menschen daran beteiligt waren. Es ist vor allem eine sehr persönliche, emotionale und bewegende Erzählung über Hannahs Ängste, Träume und Erlebnisse und ihre Suche nach Gott.

Rezension:

Am Anfang habe ich mich etwas gewundert, wie lange es gedauert hat, bis die Geschichte auf die Briefe zu sprechen kam. Im Nachhinein bin ich froh, die Gelegenheit gehabt zu haben, Hannah erst einmal kennenzulernen. Denn ihre Geschichte hat, wie man sich denken kann, nicht mit ihren Liebesbriefen angefangen. Und indem wir Hannah kennenlernen dürfen, können wir erst verstehen, was sie auf ihren Einfall gebracht hat. Im Zentrum des Buches steht Hannahs Versuch, eine Beziehung zu Gott herzustellen und dadurch einen Sinn in ihrem Leben zu finden. Für mich als Atheistin war das zeitweise nur schwer nachzuvollziehen. Was ich jedoch sehr gut nachempfinden konnte, waren ihre Selbstzweifel, die der ganzen Suche zu Grunde liegen.

„Wir sind wahre Meister darin, uns jeden Tag aufs Neue die gemeinsten Lügen einzureden. Du verdienst es nicht. Du bist hässlich. Du bist nutzlos.

Diese Gefühle und die Suche bzw. der Wunsch danach, in seinem Leben einen Sinn zu finden, empfinde ich als sehr universell und kann sie auch unabhängig von religiösen Motiven gut nachempfinden. Wer kennt nicht das unsichere vielleicht enttäuschte Gefühl, verloren zu sein? Und als Hannah sich so fühlte und es ihr nicht gut ging, hat sie einen Weg gefunden, nicht nur sich selbst sondern auch anderen ein kleines Stückchen Hoffnung zu schenken und etwas Schönes zu erschaffen.

„In mir erstarb etwas, als ich diesen ersten Brief schrieb. Vielleicht war es das Schweigen oder vielleicht das Bedürfnis, alles von außen immer perfekt erscheinen zu lassen, so oder so, die Wahrheit starrte mich von der Seite an. Ich hätte an diesem Tag am liebsten überall dick Ehrlichkeit draufgeschrieben, um mich daran zu erinnern, wie gut es sich anfühlte, einmal Dampf abzulassen, statt die Dinge so lange in mich hineinzufressen, bis etwas explodierte.“

Fazit:

Hannahs Erzählung war nicht die Geschichte, die ich erwartet hatte. Trotzdem bin ich froh, sie gelesen zu haben. Denn „Wenn du diesen Brief findest…“ ist sehr ehrlich, bewegend und inspirierend. Aber vor allem ist es hochgradig ansteckend und macht Lust aufs Briefeschreiben.

***Herzlichen Dank an die Ullstein Buchverlage, die mir das Buch über NetGalley zur Verfügung gestellt haben.***

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