Buch · Rezension

Rezension: The Kill Order

Überblick:

Cover_KillOrder
Quelle: amazon.de

 

  • Titel: The Kill Order
  • Autor: James Dashner
  • Ausgabe: Broschiert (8,99€)
  • Deutscher Titel: Die Auserwählten – Kill Order: Das Prequel zur Maze Runner-Trilogie
  • Genre: Dystopie, Ya
  • Empfehlung:
    empf_1_stern

 

 

Klappentext:

Sun flares have unleashed devastation on the earth. Mark and Trina were there when it happened, and against the odds they survived.
But now a violent and highly contagious disease is spreading like wildfire. Worse still, it’s mutating, and people are going crazy. Mark and Trina will do anything to save their friends – if only they can avoid madness and stay alive…

Rezension:

Ich habe das Gefühl, dass James Dashners Bücher einfach nichts für mich sind und ich mir das eingestehen muss, egal wie sehr sie andere begeistern. Trotzdem wollte ich ihnen, nachdem ich „The Maze Runner“ gelesen hatte und es unerträglich langweilig und nervig fand, noch eine Chance geben. Vielleicht würde mich ja die Vorgeschichte, die in „The Kill Order“ erzählt werden sollte, umstimmen. Nun, es hat leider nicht geklappt. So überhaupt nicht. 

Dabei war ich anfangs noch recht zuversichtlich, als ich entdeckte, dass „The Kill Order“ von ganz neuen Figuren erzählt wird, die sogar noch all ihre Erinnerungen besitzen  und seit der Katastrophe ums Überleben gekämpft und neue Beziehungen geknüpft haben. Zu meinem großen Bedauern musste ich jedoch feststellen, dass auch die neuen Charaktere sehr flach gezeichnet wurden und kaum Tiefe aufweisen. Statt mir zu zeigen wie sehr die Gruppe von den gemeinsam erlebten Ereignissen zusammengeschweißt wurde oder mich fühlen zu lassen, wie sich Mark und Trina zueinander hingezogen fühlen, erzählt Dashner es nur immer wieder und erwartet wohl, dass ich es ihm unbesehen glaube. Was mir sehr schwer fällt, wenn Mark mehr Zeit damit verbringt, an Trina zu denken als tatsächlich mit ihr zu interagieren und Zeit zu verbringen. Un wenn er dann so etwas denkt:

Mark had always felt like she was his as a simple matter of the situation. Pretty much everyone else she’d ever known had died; he was a scrap left over for her to take, the alternative to being alone forever.

Dann kriege ich keine Schmetterlinge im Bauch oder denke mir: Wow, was für ein vielversprechender Beginn für eine glückliche Beziehung. Sie ist also nur mit ihm zusammen, weil ihre einzige Alternative das „ewige allein sein“ wäre? Mal ganz abgesehen davon, dass ich das bezweifle, würde ich persönlich lieber allein bleiben, als für immer die letzte Wahl der anderen Person zu sein.

Eine weitere Sache, die mich gestört hat, bestand darin, dass die Charaktere so sehr damit beschäftigt sind, den Ereignissen hinterher und von einem Kampf zum nächsten zu stolpern, dass ich kaum Gelegenheiten bekommen habe, sie tatsächlich kennen zu lernen. Und wenn die lange Kette an „Action-Szenen“ dann mal kurz zur Ruhe kommt, dann nur um uns in einem von Marks (praktischerweise chronologischen) „Erinnerungsalpträumen“ zu zeigen, wie ihre Flucht vor den Sonneneruptionen vor einem Jahr ablief. Ich nehme an, dass sie untermauern sollten, wie viel die Gruppe schon gemeinsam durchgemacht hat und welche Schrecken ihnen auf ihrem Weg begegnet sind. Und ja, die Gruppe hat sehr viel durchgemacht und Schreckliches überstehen und sehen müssen. Aber die Geschichte in der Gegenwart haben diese vielen Unterbrechungen nicht unterstützt. Stattdessen hatte ich eher das Gefühl, dass Dashner sich nicht entscheiden konnte, welche Geschichte er da erzählen möchte und sich kurzerhand entschlossen hätte, beide zu zerteilen und miteinander zu verrühren, ob es nun passt oder nicht. Das führt leider dazu, dass viele für die Geschichte relevante Fragen unbeantwortet bleiben und sich so einige logische Lücken auftun. Ganz besonders in den „Erinnerungsalpträumen“. An einer Stelle müssen sie beispielsweise aus einem schnell überflutenden U-Bahntunnel entkommen: 

The water is almost to Mark’s upper thighs, and he knows the current is about to win the battle against all of them.
And it burns, scalding his skin. He itches from the pain of it.

Die heiße Tsunami-Welle umspült also Marks Beine und reicht ihm schon bis zu den Oberschenkeln, aber kann sich trotzdem noch aufrecht halten und weiterlaufen. Obwohl es sich dabei um eine Flutwelle von immenser, stetig zunehmender Größe und Kraft handelt, die ja auch viel Schlamm, Müll, Steine und eben alles, was nicht Niet und Nagel fest ist, mit sich reißt. Ein paar Sätze später reicht ihm die Strömung schon bis zur Taille, aber er kommt immer noch vorwärts.

Der muss Bärenkräfte haben, denn laut vielen Wissenschaftlern, die sich mit plötzlichen Wetterphänomenen und Fluten beschäftigen, reicht schon knietiefes Wasser, um einen Menschen auf Nimmerwidersehen mit sich zu reißen. Mark und seine Begleiter schaffen es aber trotzdem alle unbeschadet raus aus dem Wasser. Vielleicht haben sie einfach nur ungeheures Glück, aber glaubhaft finde ich es angesichts solcher Bilder, wie sie auf der Seite von THE HUFFINGTON POST zu sehen sind, trotzdem nicht.  Und bevor ich es vergesse: Die Sonneneruptionen haben zudem die gesamte Erdoberfläche (also inklusive der Meere) radioaktiv verstrahlt, sodass Marks Gruppe wochenlang nicht nach draußen gehen kann, aber ihr kurzes Bad in den radioaktiv verseuchten Fluten hat glücklicherweise kaum Folgen für sie!

Ich hätte mir von diesen plötzlichen Rückblicken zumindest hilfreiche, interessante Informationen zum wissenschaftlichen Hintergrund erhofft. Alec, ein ehemaliger Soldat und in meinen Augen der sympathischste Charakter der Geschichte, deutet an einer Stelle an, dass die Menschheit das vorhergesehen hat und trotzdem nicht vorbereitet war. Da sollte man meinen, dass man als Leser auch erfahren darf, was denn nun nicht vorbereitet wurde und wie es sich genau auswirkt. Leider bleibt alles sehr vage und nichtssagend und so haben mich diese Zwischenspiele vornehmlich von den Charakteren und ihren „wir kümmern uns darum, wenn es soweit ist“ Problemen distanziert.

Fazit:

Auf dem Buchrücken wird „The Kill Order“ mit den Wörtern „apocalyptic – thrilling – mind-blowing“ bejubelt. Leider kann ich dem nicht zustimmen, denn die Geschichte hat mich nicht überzeugt: „thrilling“ fand ich allein den Moment, indem ich endlich durch war und „mind-blowing“ waren für mich nur die fehlende Tiefgründigkeit und die Menge der Logiklücken. Deshalb wird „The Kill Order“ für mich bis auf Weiteres das letzte Buch von James Dashner bleiben.

1.5 Juhu ich bin endlich durch Sterne.

Ein Kommentar zu „Rezension: The Kill Order

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