Buch · Rezension

[Rezension] Sunshine Girl: Das Erwachen

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  • Titel: Sunshine Girl: Das Erwachen (Band 2)
  • Originaltitel: The Awakening of Sunshine Girl
  • Autorinnen: Paige McKenzie & Alyssa Scheinmel
  • Verfügbare Ausgaben:  Gebunden (16,99 €) & e-Book (14,99 €), je 336 Seiten
  • Verlag: bloomoon / arsEdition (15. Februar 2017)
  • Empfehlung:
    empf_3_sterne

***Herzlichen Dank an die arsEdition, die mir über NetGalley ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.***

Eine kleine Warnung vorab: Dies ist die Rezension zum zweiten Band der Reihe und enthält als solche möglicherweise den einen oder anderen Spoiler für den ersten Band!

Zum Inhalt:

Nachdem Sunshines Leben in ihrer neuen, verregneten Heimatstadt gründlich auf den Kopf gestellt wurde, will sie eigentlich nichts lieber, als dass alles wieder zu seinem Normalzustand zurückkehrt. Doch ihre Kräfte sind nun erwacht und lassen sich genau wie ihre Fragen nicht einfach ignorieren. Also stimmt sie schließlich zu, allein mit ihrem Mentor ein spezielles Trainingszentrum in Mexiko aufzusuchen, um dort die Kontrolle über ihre Kräfte zu lernen und Antworten auf ihre Fragen zu finden. Allerdings stellt sich auch diese Reise schnell als gefährlicher heraus als sie zunächst gedacht hätte.

Rezension:

Vielleicht hast du meine Rezension zum ersten Band gelesen und weißt, dass ich mit dem Beginn der Reihe so meine Probleme hatte. Das Grundkonzept fand ich sehr spannend, aber mit Sunshine bin ich einfach nicht warm geworden. Zunächst war ich deshalb unsicher, ob ich den zweiten Band überhaupt lesen will, aber am Ende hat einfach meine Neugier darauf, wie es wohl weitergehen mag, gesiegt.

Der zweite Band schließt ziemlich nahtlos an das Ende des ersten an: Ein paar Tage nach Silvester fing die Schule wieder an und obwohl Sunshine die Ereignisse noch nicht ganz verarbeitet hat, muss sie nun den Schulalltag mit ihren neuen Kräften überstehen. Leider hat sie immer noch keine Lust, sich mit ihrem Mentor auseinanderzusetzen und schiebt das dringend notwendige Gespräch lieber auf.

„Du kannst ihn nicht bis in alle Ewigkeit meiden, Sunshine“

findet auch Nolan und sie sollte wirklich auf ihn hören, der Junge hat viele gute Ideen. Aber nein, sie macht es „spannend“ und bleibt sich – aus meiner Sicht leider – treu was bedeutet, dass sie sich wie gewohnt in ihrem Schneckenhaus verkriecht. Nun, was soll ich sagen. Sunshine und ich sind immer noch keine dicken Freundinnen geworden. Allerdings scheint der wenig zielführende Umgang mit Problemen in ihrer Familie zu liegen, denn ihr Mentor/Vater macht es leider nicht viel besser und ist ihr kein gutes Vorbild. Wenn von den beiden also die Rettung der Menschheit abhängt, dann sollten wir baldmöglichst lernen, uns selbst zu helfen. Ich habe zum Beispiel gehört ehrliche Gespräche und der unvoreingenommene, ruhige Austausch von Informationen sollen wahre Wunder bewirken können und die Zusammenarbeit ungemein erleichtern. Vielleicht wäre das dann im nächsten Buch einen Versuch wert?

Wie du siehst, hatte ich auch mit dem zweiten Band wieder arge Probleme und hätte ihn, wenn ich ehrlich bin, zwischendurch beinahe abgebrochen. Sunshine ist einfach keine Person, mit der ich gerne Zeit verbringe. Denn auch wenn sie sich in einer sehr schwierigen Situation befindet, zeigt sie wenig Willen, sie wirklich zu verbessern und aktiv zu werden. Die Dunkelheit in der Welt nimmt zu – wen kümmert das, wenn ihre Haare dank der hohen mexikanischen Luftfeuchtigkeit schon wieder machen was sie wollen? Am Flughafen kommt ihr ein dubioser, gruseliger Mann entgegen – warum sollte sie es ihrem Vater erzählen, immerhin erzählt er ihr auch so gut wie nichts? Sie flüchtet lieber in einen kleinen Tagtraum:

„Für einen flüchtigen Moment schließe ich die Augen und tue so, als wäre ich keine Luiseach.“ (Position 1347)

Ich kann verstehen, dass sie sich das vorstellen möchte und vielleicht auch wünscht. Dass sie gern ein „normales sechzehnjähriges Mädchen“ mit normalen Problemen wäre. Aber es ist ja nun einmal nicht zu ändern und zu jammern und so zu tun als ob bringt sie nicht weiter. Es besteht jedoch noch ein Fünkchen Hoffnung, denn zumindest das Bewusstsein für den ersten Schritt entwickelt sich mit der Zeit:

„Das Mindeste, was ich tun kann, […] ist, mein Bestes zu geben.“ (Position 2283)

Was mir jedoch wieder sehr gut gefallen hat, war das „Drumherum“: Sowohl Mexiko als auch ihre Heimatstadt fühlen sich sehr authentisch an und haben mir beim Lesen das Gefühl gegeben, ich wäre wirklich vor Ort in der drückenden Hitze bzw. der klammen Kälte. Auch die Nebencharaktere Victoria, Anna, Nolan und Sunshines Mutter sind interessant, vertiefen die Geschichte und erwecken sie zum Leben. Der klassische Grundkonflikt gut gegen böse ist zwar nichts Neues, wird aber auf eine ziemlich einfallsreiche, unterhaltsame und spannende Art umgesetzt und sorgt an mancher Stelle wirklich für Herzrasen und generell für eine sehr düstere, tolle Atmosphäre.

„Dieser ganze Ort fühlt sich dreckig an – nicht nur das staubige Haus und die heruntergekommenen Gebäude, auch die Luft selbst fühlt sich dick an, beinahe klebrig.“ (Position 2871)

Ich bin also wieder zwiegespalten. Inhaltlich möchte ich gerne wissen, wie die Geschichte weitergeht, auf Sunshine könnte ich jedoch nach wie vor verzichten. Es sieht also so aus, als würde erneut meine Neugier darüber entscheiden müssen, ob ich die Reihe weiterlesen werde oder nicht. Immerhin kann ich mich an den Hoffnungsfunken festhalten, die andeuten, dass Sunshine jetzt bereit ist, zu wachsen und womöglich im nächsten Buch aktiver und zielstrebiger wird. Die englisch-sprachigen Fans sind vom nächsten und gleichzeitig letzten Buch jedenfalls schon ganz begeistert und das ist definitiv ein gutes Zeichen!

Fazit:

Sunshine Girl: Das Erwachen ist eine spannende Fortsetzung, die an die Stärken, aber leider auch an die Schwächen des ersten Bandes anknüpft.

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