Essay

„Feminismus ist für alle da“ – meine Einstiegsliteratur ins Thema

In letzter Zeit habe ich mich, erst eher unbewusst und später ganz gezielt, mit Feminismus beschäftigt. Angefangen hat alles mit Laurie Pennys Aufsatz „Cybersexism: Sex, Gender and Power on the Internet„. Er war mir zufällig aufgefallen und hat mich schnell zu Chimamanda Ngozi Adichies Texten geführt. Sowohl „We Should All Be Feminists“ als auch „Dear Ijeawele“ haben mich tief beeindruckt und nicht mehr losgelassen. Weil sie zum einen so einfach und absolut überzeugend geschrieben sind und zum anderen immer wieder die Frage provozieren: Warum müssen wir für solch eigentlich selbstverständliche Dinge überhaupt noch kämpfen?

Beitragsbild_Feminismus

Was ist eigentlich Feminismus?

In den letzten Tagen habe ich „Am liebsten sind mir die Problemzonen, die ich noch gar nicht kenne“ von Corinne Luca und „Ene, Mene, Missy. Die Superkraft des Feminismus“ von Sonja Eismann gelesen. Ersteres beschäftigt sich zwar nicht explizit mit Feminismus, beschreibt jedoch sehr viele Probleme, die deutlich machen, warum wir den Feminismus auch heute noch brauchen und war damit eine schöne Ergänzung zum Sonja Eismanns Buch, das mir einen sehr guten, umfangreichen Einblick ins Thema gegeben hat. Beide Bücher haben mir darüber hinaus aber auch viel Stoff zum Nachdenken gegeben und die Liste der Bücher, die ich zu dem Thema als nächstes lesen möchte, wächst und wächst — genauso wie mein Staunen über mich selbst. Denn ich wäre vorher nie auf die Idee gekommen, mich als Feministin zu bezeichnen. Der Begriff war nämlich auch in meinem Kopf irgendwie negativ besetzt.

»Feminismus ist kein Schimpfwort. Es bedeutet nicht, dass du Männer hasst, es bedeutet nicht, dass du sonnengebräunte Mädchen mit hübschen Beinen hasst, und es bedeutet nicht, dass du eine ›Zicke‹ oder eine ›Kampflesbe‹ bist; es bedeutet, dass du an Gleichheit glaubst.«

~ Kate Nash Zitat in „Ene, Mene, Missy“ von Sonja Eismann, Seite 22

Gesetze und Rollenbilder

Ich glaube fest an diese Gleichheit und ich wünsche mir, dass wir sie – natürlich möglichst bald – auch vom Papier ins reale Leben übertragen. Es stimmt zwar, dass die Feministinnen vor uns schon viel erreicht haben, aber es bleibt noch viel zu tun bis Kinder und Menschen ungeachtet ihres Chromosomensatzes ganz selbstverständlich  Toben oder Tanzen, Karriere machen oder Elternzeit nehmen können ohne dafür schräge Blicke oder fehlplatzierte Fragen zu ernten.

Ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg sind die Medien, Bücher und Filme, aber auch Werbung und Musik, die uns im Alltag umgeben, da sie uns Rollenbilder zeigen, die wir manchmal ganz unbewusst verinnerlichen. Beispiele, wie sie Corinne Luca in ihrem Buch herausgearbeitet hat, sind deswegen besonders problematisch.

Während Männern in der Werbung das Ego gestärkt wird, werden Frauen dazu angeregt, sich kritisch zu hinterfragen.

~ Corinne Luca in ihrem Buch „Am liebsten sind mir die Problemzonen, die ich noch gar nicht kenne“, Seite 34

Ich werde Medien in Zukunft also noch kritischer und mit einem geschärften Blick konsumieren und die Tipps beherzigen, die uns Sonja Eismann in ihrem Buch mit auf den Weg gibt. Denn offensichtlich bin ich doch Feministin. Und nach der Lektüre all dieser wunderbaren Bücher werde ich mich auch ohne Angst vor Vorurteilen und nervigen Kommentaren als solche bezeichnen.

Wie ist es bei euch: Empfindet ihr euch als Feminist*innen? Welche Assoziationen verknüpft ihr mit dem Begriff? Und habt ihr Buchempfehlungen für mich?

5 Kommentare zu „„Feminismus ist für alle da“ – meine Einstiegsliteratur ins Thema

  1. Genial geschrieben! Dein Beitrag hat mich jetzt echt neugierig auf die Bücher gemacht. Das Buch von Corinne Luca werde ich auf jeden Fall in der nächsten Zeit lesen. Der Begriff Feminist erzeugt leider echt eine sehr negative Assoziation, obwohl ja nur Gleichstellung gewollt ist. Kinder werden ja schon früh in ihre gesellschaftlichen Rollenbilder gedrängt, die sie dann erfüllen müssen…

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  2. Ich finds schrecklich, dass der Begriff so negativ behaftet ist, denn es sollte sich wirklich jeder als Feminist bezeichnen können und wenn nicht, dann läuft irgendetwas falsch. Es geht eben nicht darum, dass Frauen besser sind als Männer oder bestimmte Lebensweisen besser als andere, sondern einfach nur um gleiche Behandlung und Chancen für jeden. Schön, dass die Bücher da helfen konnten 🙂

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  3. Hallo liebe Saksia, ich freue mich gerade riesig, dass dir mein Buch so gut gefallen hat und es sogar „Einstiegslektüre“ in den Feminismus war. Wenn du noch weiterlesen willst, ich fand auch Julia Korbi „Stand Up“ ganz toll oder „Wir Alphamädchen“. Lieben Gruß und vielen Dank für deine netten Worte! Corinne

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