Buch · Rezension

„Die silberne Königin“

Überblick:

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Quelle: Bastei Lübbe
  • Titel: Die silberne Königin
  • Autorin: Katharina Seck
  • Ausgabe: Kindle Rezensionsexemplar, 369 Seiten (9,49€)
  • Verlag: Bastei Entertainment (14. Oktober 2016)
  • Empfehlung:
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Herzlichen Dank an Bastei Entertainment, die mir das Buch über NetGalley für eine ehrliche Rezension zur Verfügung gestellt haben.

Inhalt:

Silberglanz ist eine beschauliche Stadt in einer winterlichen Welt. Doch die Schönheit der von glitzerndem Schnee bedeckten Landschaft ist trügerisch. Seit Jahrzehnten ist das Land im ewigen Winter gefangen, es droht unter den Schneemassen zu ersticken. Alles ändert sich, als die 24-jährige Emma in die Chocolaterie von Madame Weltfremd kommt und diese ihr ein Märchen erzählt, das Märchen der silbernen Königin. Denn darin verborgen liegt die Wahrheit – über den Winterfluch, über den kaltherzigen König und über Emma selbst … (Quelle: Bastei Lübbe)

Rezension:

Es gibt Geschichten, die vereinen viele der Zutaten, die man am liebsten hat und schaffen es trotzdem nicht so ganz, einen zu erreichen. So ein Buch war für mich leider auch „Die silberne Königin“ von Katharina Seck. Dabei war ich vom Klappentext und der grundlegenden Idee ganz begeistert. Immerhin bin ich ein riesiger Märchenfan und freue mich jedes Jahr wie ein kleines Kind auf den ersten Schnee. Wenn also eine Geschichte in einer Stadt spielt, die in glitzerndem Schnee versinkt während die Hauptfigur in einer Chocolaterie arbeitet und Märchen erzählt bekommt, dann muss ich sie quasi lesen. Es führt aber auch dazu, dass ich recht hohe Erwartungen habe und in diesem Fall wurde das Buch ihnen leider nicht gerecht. Was war da los?

Was mir gut gefallen hat, war die Auswahl der Zutaten. Seck stützt ihre Geschichte auf einige klassische Märchenelemente wie die schwierige familiäre Situation, die Schreckensherrschaft eines distanzierten Prinzen und konfrontiert ihre unglückliche, geschundene Protagonistin im Schatten des vereisten Märchenschlosses mit einem geradezu epischen Konflikt, der nicht nur ihr Herz auf die Probe stellt sondern das Leben ihrer ganzen Stadt bedroht. Nun, so weit so gut. Ein bisschen übertrieben vielleicht, aber so kennt man es aus Märchen und auch wenn ich dieses „die Auserwählte muss es richten“ Klischee sonst satt habe, war es in dem Moment in Ordnung für mich. Ich wollte mit Emma die klirrende Kälte des Schnees spüren und dann in die gemütliche Welt von Madame Weltfremds Laden eintauchen, mich warm einkuscheln, Schokolade essen und ein paar Märchen erzählt bekommen. Diese sollten Emma am Ende dabei helfen, sich ihrer neu gewonnenen, inneren Stärke bewusst zu werden und mit der Hilfe ihrer neuen Freunde die Stadt von ihrem Schneefluch zu befreien. Aber leider, ihr ahnt es bestimmt schon, war das wohl nicht die Geschichte, die Seck erzählen wollte. Was  völlig okay ist, schließlich sind Geschmäcker verschieden und vielleicht waren meine Erwartungen einfach die falschen.

Als ich das Buch anfing war mir nicht bewusst, dass das Märchen, das Madame Weltfremd erzählt, so einen großen Teil der Geschichte ausmachen würde. Ich habe natürlich erwartet, dass es wichtig sein würde. Aber ich war nicht darauf vorbereitet, dass es (zumindest gefühlt, ich habe nicht nachgezählt) fast die Hälfte der Buchseiten füllen würde. Manche mögen das nicht schlimm finden oder sogar gemocht habe, aber in meinen Augen blieb dadurch zu wenig Zeit, um Emma kennen zu lernen. Ihre Entscheidungen und Reaktionen konnte ich deshalb oft nur schlecht nachvollziehen und viele Ereignisse und Entwicklungen wirkten sprunghaft und plötzlich. Emmas Freundschaft zu Ophelia zum Beispiel schien völlig aus dem Nichts zu kommen. Sie kennen sich kaum und teilen keinen knisternden Moment in dem der Freundschaftsfunke eben einfach überspringt. Trotzdem sind sie von einem Satz auf den nächsten ganz plötzlich dicke Freundinnen …

Ist das Buch also schlecht und nicht zu empfehlen? Nun, das kommt darauf an, was ihr von einem solchen Buch erwartet. Wenn ihr den Schnee vor eurem inneren Auge glitzern sehen, die kleine Ladenglocke läuten hören und den Duft der warmen Schokolade riechen möchtet, dann ist das Buch vielleicht trotzdem etwas für euch. Denn Seck hat ihre Worte sehr sorgfältig gewählt und ein wahres Wortkunstwerk erschaffen, das im Kopf der Leser detaillierte, märchenhafte Szenen entstehen lässt. Für meinen Geschmack hat es die fehlende Lebendigkeit der Figuren jedoch nicht wett gemacht.

Fazit:

Das Buch „Die silberne Königin“ erschafft mit seiner bildhaften Sprache eine glitzernde, detaillierte Winterwelt. Die Charaktere und ihre Entwicklung kommen in meinen Augen jedoch zu kurz und bleiben zu oberflächlich. Deshalb konnte mich die Geschichte leider nicht so wirklich packen.

***

Habt ihr das Buch gelesen und falls ja, wie haben euch die beiden Erzählstränge gefallen? Konntet ihr euch gut in Emma hineinversetzen?

Ein Kommentar zu „„Die silberne Königin“

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