Buch · Rezension

„Unbelievable: My Front-Row Seat to the Craziest Campaign in American History“

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Katy Tur: Unbelievable: My Front-Row Seat to the Craziest Campaign in American History. Harper Audio. ASIN: B0756P2BVN. 7 Stunden 44 Minuten (Bildquelle: amazon.de*)

Rezension:

Nachdem ich vor einiger Zeit „What Happened“ von Hillary Rodham Clinton gehört habe, wurde mir „Unbelievable: My Front-Row Seat to the Craziest Campaign in American History“ von Katy Tur empfohlen und hat sofort meine Neugier geweckt. Tur hat 2015/16 als Trump-Reporterin für NBC Trumps Wahlkampf begleitet und ihre Erfahrungen in diesem Buch zusammengetragen. So nimmt sie den Hörer mit auf ihre Reise von Rally zu Rally und gibt viele spannende Einblicke in den Wahlkampfalltag und -wahnsinn der Journalisten. Es ist beeindruckend wie viel Energie, Planung und oft nervenaufreibendes Engagement notwendig ist, damit wir als Zuschauer und Leser am Ende des Tages die Berichterstattung im Fernsehen, Radio und in den sozialen Medien verfolgen können.

Turs Bericht trifft dabei eine Balance zwischen ihren persönlichen Erfahrungen und dem generellen Ablauf des Wahlkampfes, die ich als sehr angenehm empfand. Ihr Bericht ist zügig aber verständlich formuliert und beleuchtet die Herausforderungen, denen Tur tagtäglich begegnen musste: egal ob es nun ein Präsidentschaftskandidat war, der ihre Kompetenz hinterfragte oder der Druck, 24 Stunden am Tag auf dem Laufenden zu bleiben während sie zwischen Live-Berichten und Telefonaten mit Quellen und Kontakten irgendwie Zeit zum Schlafen und Essen finden musste. Einen Teil der Spannung bekommt das Buch dadurch, dass Tur ihre Geschichte auf zwei parallelen Zeitebenen erzählt: Kapitel, die detailliert den Ablauf des Wahltages schildern wechseln sich ab mit solchen, die chronologisch wichtige Ereignisse und Skandale sowie Turs persönliche Erlebnisse im Lauf des Wahlkampfes festhalten. Es ist wie der Titel schon andeutet wirklich „unglaublich“, dass Trump am Ende dieses Wahlkampfes tatsächlich zum Präsidenten gewählt worden ist. Besonders, da die Prognosen es bis kurz vor Schluss als nahezu unmöglich erachteten.

Doch während diese Gegenüberstellung die Spannung erhöht, hat sie mich zu Anfang auch etwas verwirrt. Es mag anders sein, wenn man das Buch liest, aber beim Hören fiel es mir zuerst schwer, einen Überblick über die Erzählstränge zu bekommen und mich in Turs Geschichte zurecht zu finden. Ein weiterer, kleiner Kritikpunkt, den ich habe, betrifft das Kapitel über Turs Familie. Zum einen fand ich es zwar spannend, dass sie ihren Eltern in eine journalistische Laufbahn gefolgt ist, obwohl diese solch durchwachsene Erfahrungen damit gemacht und sie damit eher davon abgebracht haben. Zum anderen war mir das Kapitel aber auch etwas zu lang und ich habe nicht recht verstanden, inwiefern es für die Geschichte – zumindest in dieser Detailliertheit – sonderlich wichtig oder interessant ist.

Fazit:

Im Großen und Ganzen hat mir Turs Buch „Unbelievable: My front-Row Seat to the Craziest Campaign in American History“ sehr gut gefallen und die zwei kleineren Kritikpunkte, die ich dazu habe, haben daran nur wenig geändert. Jedem, der mehr über den ammerikanischen Wahlkampf 2016 erfahren möchte, kann ich es deshalb nur empfehlen.
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