Buch · Rezension

„Mister Lugosi und die verschwundenen Kinder“

Klappentext:
cover_misterlugosi
Frank M. Reifenberg: Mister Lugosi und die verschwundenen Kinder. ISBN: 978-3-522-18439-7. 240 Seiten. 12,99 €

Als Jeremias W. Pepperfield das Antiquitätengeschäft des unheimlichen Mister Lugosi betritt, staunt er nicht schlecht. Denn Mister Lugosi hat gerade den größten Adventskalender aller Zeiten geliefert bekommen. Und jetzt soll ausgerechnet er, Pepper, in den Kalender klettern, um dessen Geheimnis zu lüften. Doch kein Duft nach Zimt, Vanille oder gebrannten Mandeln liegt in der Luft, sondern ein seltsamer Geruch nach fauligen Kartoffeln. Knarrend öffnet sich das erste Türchen – und zieht Jeremias in eine Welt voller Gefahren und Geheimnisse, aus der es vielleicht keine Rückkehr gibt. (Quelle für Cover und Klappentext: Thienemann-Esslinger Verlag)

Herzlichen Dank an den Thienemann-Esslinger Verlag, der mir das Buch über NetGalley für eine ehrliche Rezension zur Verfügung gestellt hat.

Rezension:

Peppers Schwester ist verschwunden und mit ihr das Lächeln seiner Eltern. Nun ist seine Mutter in einer Nervenheilanstalt, sein Vater ständig auf Reisen und in der Schule wird Pepper gehänselt. Leicht hat er es also wirklich nicht. Trotzdem versucht er, sich nicht unterkriegen zu lassen und dafür habe ich ihn von Anfang an bewundert.

Pepper versuchte es meistens zuerst mit Mutigsein oder mit Dickköpfigsein oder mit Schlausein. Damit gelang ihm allerdings nicht alles, weshalb er schon genau elf Narben hatte, davon zwei sehr große, eine, die zu bestimmten Gelegenheiten juckte, und eine, die sich quer durch seine rechte Augenbraue zog.

(Position 232)

Als er Mister Lugosi kennenlernt und erfährt, dass dessen riesiger Adventskalender möglicherweise der einzige Weg ist, seine Schwester wiederzufinden, wagt er den Schritt und findet sich in einem weihnachtlichen Wunderland wieder, in dem den ganzen Tag gesungen, gebastelt, genascht und gespielt werden darf. Während des Lesens wäre ich hin und wieder fast neidisch auf Pepper geworden, wären da nicht die bedrohlichen Untertöne gewesen. Denn hinter dem weihnachtlichen Glanz verbergen sich dunkle Schatten und wenn Pepper es nicht rechtzeitig schafft, seine Schwester zu finden und mit ihr in die echte Welt zurückzugelangen, muss er für immer dort bleiben.

Dieser Blick auf den „Zauber der Weihnachtszeit“ hat mir sehr gut gefallen, weil ich mich manchmal bei dem Wunsch ertappe, die Weihnachtszeit möge bitte für immer bleiben. Dabei würde mir das innerhalb weniger Wochen, wenn nicht sogar Tage, zu viel werden. Trotzdem ist es auf den ersten Blick natürlich verlockend und Pepper muss ganz schön dickköpfig und schlau sein, um sein Ziel vor Augen zu behalten.

Beim gekonnten Lügen gab es eine wichtige Regel. Das hatte Pepper von Roy Settler gelernt: Immer hart an der Wahrheit entlanglügen. Damit verringerte man die Gefahr, sich in den erfundenen Geschichten zu verheddern.

(Position 1257)

Ich fand es schön, mitzuerleben wie Pepper Freunde gefunden und mit ihnen gemeinsam die Lösung für sein Problem gesucht hat. Allerdings erschienen mir manche Überlegungen und Szenen ein bisschen zu abrupt. Das lag unter anderem daran, dass sich diese Weihnachtsvision – verständlicherweise – vieler bekannter weihnachtlicher Elemente bedient, die zwar einzeln sehr gut dazu passen, deren Kanten für meinen Geschmack jedoch noch etwas nahtloser ineinander hätten übergehen dürfen. Trotzdem schafft es der Autor, die Atmosphäre der Weihnachtszeit lebendig werden zu lassen und den Leser in eine überaus weihnachtliche Welt zu entführen, die alle Sinne anspricht.

 

Fazit:

„Mister Lugosi und die verschwundenen Kinder“ ist ein spannender Mix aus düsterem Abenteuer, neuen Freundschaften, starken Familienbanden und zuckersüßem Weihnachtskitsch. Das Buch zeigt, wie wichtig Wünsche sein können, und passt ganz hervorragend in die Weihnachtszeit.

empf_4_sterne

Habt ihr einen Adventskalender? Welche Voraussetzungen müssten gegeben sein, damit ihr in einen wie den von Mr. Lugosi hineinklettern würdet? 

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